Abschluss

Erläuterungen zum verkürzten Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2014

Grundlagen und Methoden

Der Zwischenabschluss zum 30. Juni 2014 ist gemäß § 37w Abs. 3 WpHG und in Übereinstimmung mit den Vorschriften des IAS 34 in verkürzter Form nach den Vorschriften der am Abschlussstichtag gültigen und von der Europäischen Union anerkannten International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board, London, sowie den Interpretationen des IFRS Interpretations Committee erstellt worden.

Die Erläuterungen im Anhang des Konzernabschlusses 2013 gelten – mit Ausnahme der im laufenden Geschäftsjahr erstmals angewendeten Rechnungslegungsvorschriften und Änderungen von Bilanzierungsmethoden – insbesondere im Hinblick auf die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechend.

Im laufenden Geschäftsjahr erstmals angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Die erstmalige Anwendung folgender geänderter Rechnungslegungsvorschriften hatte keinen bzw. keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage oder auf das Ergebnis je Aktie.

Im Dezember 2011 veröffentlichte das IASB die Ergänzung „Offsetting Financial Assets and Financial Liabilities“ in Bezug auf IAS 32 (Financial Instruments: Presentation). Die Ergänzung zu IAS 32 stellt Details im Zusammenhang mit den Kriterien „unbedingtes Recht zur Aufrechnung“ und „zeitgleiches Settlement“ klar. Die Ergänzung wird seit dem 1. Januar 2014 angewendet. Diese Änderungen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Das IASB hat im Oktober 2012 mit „Investment Entities“ Änderungen zu IFRS 10 (Consolidated Financial Statements), IFRS 12 (Disclosure of Interests in Other Entities) und IAS 27 (Separate Financial Statements) für Investmentgesellschaften veröffentlicht. Diese werden von der Pflicht zur Konsolidierung von bestimmten Tochtergesellschaften nach IFRS 10 befreit. Sie haben diese stattdessen erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Darüber hinaus werden die Anhangangaben für Investmentgesellschaften in IFRS 12 erweitert. Die Änderungen werden seit dem 1. Januar 2014 angewendet. Diese Änderungen hatten keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Im Mai 2013 gab das IFRS IC die IFRIC Interpretation 21 (Levies) heraus. Die Interpretation behandelt die Bilanzierung öffentlicher Abgaben, bei denen es sich nicht um Ertragsteuern im Sinne des IAS 12 (Income Taxes) handelt. Die Interpretation enthält Leitlinien, wann eine Verpflichtung zur Zahlung einer Abgabe als Verbindlichkeit anzusetzen ist. Die Interpretation ist verpflichtend ab dem 1. Januar 2014 anzuwenden. Diese Änderung hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Umstellung des Funktionskostenausweises und der Sondereinflüsse

Zur Steigerung der Vergleichbarkeit und Transparenz des Funktionskostenausweises wurden im Geschäftsjahr 2014 organisationsbezogene Ausweislogiken durch funktionale Sichten ersetzt. Dadurch ergibt sich eine Verschiebung von Verwaltungskosten in Vertriebs- und Herstellungskosten. Darüber hinaus werden die Sondereinflüsse direkt in den jeweiligen Funktionskosten ausgewiesen, um den Funktionskostenbezug ersichtlich zu machen. Die bisherige generelle Zuordnung zum sonstigen betrieblichen Ergebnis entfällt.

Bilanzierungsänderungen Gewinn- und Verlustrechnung (Vorjahr)
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Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst.

Änderungen zugrunde liegender Parameter

Änderungen in den zugrunde liegenden Parametern beziehen sich vor allem auf die Wechselkurse sowie auf die Zinssätze für die Ermittlung der Pensionsverpflichtungen.

Die Wechselkurse wichtiger Währungen zum Euro ergeben sich wie folgt:

Wechselkurse wichtiger Währungen[Tabelle 30]
  StichtagskursDurchschnittskurs
1 €/31.12.201330.06.201330.06.2014 1. Halbjahr
2013
1. Halbjahr
2014
BRLBrasilien3,262,863,002,663,15
CADKanada1,471,371,461,331,50
CHFSchweiz1,231,231,221,231,22
CNYChina8,358,038,478,128,45
GBPGroßbritannien0,830,860,800,850,82
JPYJapan144,72129,39138,44124,99140,50
MXNMexiko18,0717,0417,7116,4717,98
RUBRussland45,3242,8546,3840,7047,95
USDUSA1,381,311,371,311,37

Für die Ermittlung des Barwerts der Pensionsverpflichtungen wurden folgende wesentliche Abzinsungssätze zugrunde gelegt:

Abzinsungssatz Pensionsverpflichtungen[Tabelle 31]
31.12.201331.03.201430.06.2014
in %in %in %
Deutschland3,803,202,70
Großbritannien4,604,404,30
USA4,504,103,90

Erläuterungen zur Segmentberichterstattung

Die nachfolgende Tabelle enthält die Überleitungsrechnung des EBITDA vor Sondereinflüssen der Segmente zum Ergebnis vor Ertragsteuern des Konzerns:

Überleitung vom EBITDA vor Sondereinflüssen der Segmente zum Ergebnis vor Ertragsteuern des Konzerns[Tabelle 32]
2. Quartal
2013
2. Quartal
2014
1. Halbjahr
2013
1. Halbjahr
2014
in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €
EBITDA vor Sondereinflüssen
der Segmente
2.2922.3224.8765.156

EBITDA vor Sondereinflüssen

Corporate Center

-97-105-228-201
EBITDA vor Sondereinflüssen2.1952.2174.6484.955
Abschreibungen vor Sondereinflüssen
der Segmente
-651-695-1.287-1.343
Abschreibungen vor Sondereinflüssen
Corporate Center
-1-1-2-2
Abschreibungen vor Sondereinflüssen-652-696-1.289-1.345
EBIT vor Sondereinflüssen der Segmente1.6411.6273.5893.813
EBIT vor Sondereinflüssen Corporate Center-98-106-230-203
EBIT vor Sondereinflüssen1.5431.5213.3593.610
Sondereinflüsse der Segmente-256-48-301-41
Sondereinflüsse Corporate Center
Sondereinflüsse-256-48-301-41
EBIT der Segmente1.3851.5793.2883.772
EBIT Corporate Center-98-106-230-203
EBIT1.2871.4733.0583.569
Finanzergebnis-225-173-415-332
Ergebnis vor Ertragsteuern1.0621.3002.6433.237

Konsolidierungskreis

Entwicklung des Konsolidierungskreises

Zum 30. Juni 2014 wurden insgesamt 286 Gesellschaften voll- oder anteilsmäßig konsolidiert (31. Dezember 2013: 289 Gesellschaften). Davon wurde ein Unternehmen mit gemeinschaftlicher Tätigkeit (31. Dezember 2013: zwei Unternehmen mit gemeinschaftlicher Tätigkeit) gemäß IFRS 11 (Joint Arrangements) anteilsmäßig konsolidiert. Ferner sind unverändert zum 31. Dezember 2013 drei Gemeinschafts­unter­nehmen und zwei assoziierte Unternehmen im Konzernabschluss nach der Equity-Methode gemäß IAS 28 (Investments in Associates and Joint Ventures) berücksichtigt worden.

Akquisitionen und Desinvestitionen

Akquisitionen

Am 6. März 2014 hat CropScience die Übernahme sämtlicher Anteile der Biagro-Gruppe, einem Hersteller und Vermarkter biologischer Saatgutbehandlungsmittel mit Sitz in Gral. Las Heras in der Provinz Buenos Aires, Argentinien, abgeschlossen. Das Unternehmen besitzt Produktionsstätten in Argentinien und Brasilien. Sein Portfolio an etablierten Marken umfasst u. a. biologische Saatgutbehandlungsmittel, Mikroorganismen zur Stärkung des Pflanzenwachstums sowie andere Produkte für die integrierte Schädlingsbekämpfung auf Basis von Bakterien- und Pilzstämmen. Die Akquisition unterstützt CropScience dabei, sein erfolgreiches Geschäft mit Sojabohnensaatgut in Lateinamerika auszubauen. Die Übernahme muss noch vom argentinischen Kartellamt genehmigt werden. Es wurden eine Einmalzahlung in Höhe von 9 Mio € sowie potenzielle Meilensteinzahlungen vereinbart, die in Höhe von 6 Mio € in der Kaufpreisallokation berücksichtigt wurden. Die Meilensteinzahlungen hängen im Wesentlichen vom Erreichen bestimmter Umsatzziele und Produktzulassungen ab. Der Kaufpreis entfiel im Wesentlichen auf die Technologieplattform und einen Geschäfts- oder Firmenwert.

Im März 2014 hat HealthCare das Übernahmeangebot für die Aktien der Algeta ASA, Oslo, Norwegen, erfolgreich abgeschlossen und 100 % der ausstehenden Aktien erworben. Am 20. Januar 2014 hatte Bayer ein Übernahmeangebot für alle Aktien von Algeta zum Preis von 362 NOK je Aktie in bar veröffentlicht. Bis zum Ende der Annahmefrist des Angebots stimmten Algeta-Aktionäre mit rund 98 % der Anteile dem Angebot zu. Für die restlichen 2 % der Anteile wurde zum 14. März 2014 ebenfalls zum Preis von 362 NOK je Aktie ein Squeeze-out durchgeführt.

Algeta erarbeitet neuartige Krebstherapien, aufbauend auf den eigenen weltweit führenden und geschützten Technologien. Das Unternehmen entwickelt zielgerichtete Krebsmedikamente (Alpha-Pharmazeutika) unter Nutzung der einzigartigen Eigenschaften der Alphateilchen-Strahlung. HealthCare und Algeta unterhalten seit 2009 eine Partnerschaft zur Entwicklung und Vermarktung von Radium-223-Dichlorid, das seit Mai 2013 in den USA unter dem Namen Xofigo™ zugelassen ist. Die Übernahme stärkt das Onkologie-Geschäft von HealthCare. Der Kaufpreis betrug 1.974 Mio €. Hierin enthalten sind 35 Mio € für die Beilegung der zuvor bestehenden Beziehung zwischen Algeta und Bayer. Der genannte Beilegungsbetrag ist der Betrag, zu dem die zuvor bestehende vertragliche Beziehung aus Sicht des Erwerbers im Vergleich mit den aktuellen Marktbedingungen für ähnliche Partnerschaften vorteilhaft ist. Der Beilegungsbetrag wird als sonstiger betrieblicher Ertrag dargestellt und erhöht gleichzeitig die übertragene Gegenleistung.

Der Kaufpreis entfiel im Wesentlichen auf einen immateriellen Vermögenswert für die produktbezogene Radium-223-Technologie sowie einen Geschäfts- oder Firmenwert. Der Geschäfts- oder Firmenwert basiert im Wesentlichen auf Synergien bei Verwaltungsprozessen und Infrastrukturen, u. a. Kosteneinsparungen in den Funktionen Vertrieb, Forschung und Entwicklung sowie allgemeine Verwaltung.

Seit dem Erwerbszeitpunkt führte die Akquisition zu einem operativen Ergebnis (EBIT) von -10 Mio €. Das seit dem Erstkonsolidierungszeitpunkt erwirtschaftete Ergebnis nach Steuern betrug -15 Mio €. Hierin enthalten sind die seit dem Zeitpunkt der Akquisition angefallenen Finanzierungskosten. Wäre die Akquisition bereits zum 1. Januar 2014 erfolgt, würde das Ergebnis des Bayer-Konzerns nach Steuern im Halbjahr 2.358 Mio € betragen. Hierin enthalten sind Finanzierungskosten für das Halbjahr.

Die Kaufpreisallokationen für die Biagro-Gruppe und Algeta ASA sind derzeit noch nicht abgeschlossen, da die Erstellung und Prüfung der zugrunde liegenden finanziellen Informationen noch andauern. Änderungen in der Zuordnung des Kaufpreises auf die einzelnen Vermögenswerte und Schulden können sich daher noch ergeben.

Die genannten Transaktionen sowie Kaufpreisanpassungen aus Transaktionen der Vorjahre/-quartale wirkten sich zum jeweiligen Erwerbs- und Anpassungszeitpunkt auf Vermögen und Schulden des Konzerns im Halbjahr wie folgt aus und führten unter Berücksichtigung der übernommenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu folgendem Mittelabfluss:

Erworbene Vermögenswerte und Schulden zum beizulegenden Zeitwert bei Erwerb[Tabelle 33]
1. Halbjahr 2014davon
Algeta ASA
in Mio €in Mio €
Geschäfts- oder Firmenwert684677
Patente und Technologien1.7581.758
Sonstige immaterielle Vermögenswerte2923
Sachanlagen2423
Vorräte1515
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte4239
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente9190
Aktive latente Steuern3939
Finanzverbindlichkeiten -128-128
Sonstige Verbindlichkeiten-82-79
Passive latente Steuern-485-483
Nettovermögen1.9871.974
Veränderungen in den Anteilen anderer Gesellschafter
Kaufpreis1.9871.974
Übernommene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente-91-90
Beilegung von zuvor bestehenden Beziehungen-35-35
Verbindlichkeiten für zukünftige Zahlungen-4
Zahlungen für Akquisitionen aus Vorjahren/-quartalen1
Nettoabfluss aus Akquisitionen1.8581.849

Im Februar 2014 unterzeichnete HealthCare einen Vertrag zur Übernahme aller Aktien der Dihon Pharma­ceutical Group Co. Ltd. in Kunming, Yunnan, China. Dihon ist ein pharmazeutisches Unternehmen, das sich auf die Herstellung und Vermarktung von OTC-Präparaten sowie Präparaten auf pflanzlicher Basis als Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin spezialisiert hat. Es wurde ein vorläufiger Kaufpreis von 3,6 Mrd Yuan vereinbart. Der Vollzug der Übernahme ist an mehrere Bedingungen geknüpft, von denen einige noch nicht eingetreten sind. Der Abschluss der Transaktion soll im 2. Halb­jahr 2014 erfolgen.

Im Mai 2014 unterzeichnete HealthCare einen Vertrag zur Übernahme des Consumer-Care-Geschäfts des US-Konzerns Merck & Co., Inc., Whitehouse Station, New Jersey (USA). 2013 erzielte das Geschäft rund 70 % seines Umsatzes in den USA, wo es führende Markenpositionen belegt. Zu dem Geschäft gehören Produkte vorwiegend in den Bereichen Erkrankungen der oberen Atemwege, Dermatologie inklusive Sonnenschutz, Fußgesundheit und Magen-Darm-Erkrankungen. Die wichtigsten Marken sind Claritin™ (Allergien), Coppertone™ (Sonnenschutz), Dr. Scholl’s™ (Fußgesundheit), MiraLAX™ (Magen-Darm-Erkrankungen) und Afrin™ (Erkältung).

Durch die Akquisition wird HealthCare im Geschäft mit rezeptfreien Produkten zum Marktführer in Nord- und Lateinamerika und weltweit zweitgrößten Anbieter. Der Pro-forma-Umsatz des kombinierten Consumer-Care-Geschäfts von Bayer und Merck& Co., Inc. betrug im Jahr 2013 rund 5,5 Mrd €.

Es wurde ein Kaufpreis von 14,2 Mrd USD vereinbart. Gleichzeitig hat HealthCare in einer verbundenen Transaktion mit Merck & Co., Inc. eine weltweite Entwicklungs- und Vermarktungskooperation auf dem Gebiet der Modulation von löslicher Guanylat-Zyklase (sGC) abgeschlossen. Hierfür wird HealthCare von Merck & Co., Inc. eine Zahlung von 1,0 Mrd USD sowie erhebliche umsatzabhängige Meilensteinzahlungen erhalten. Die Transaktion ist noch von Kartellbehörden freizugeben und soll im 2. Halbjahr 2014 abgeschlossen werden.

Desinvestitionen

Desinvestitionen wirkten sich im 1. Halbjahr 2014 wie folgt aus:

Desinvestitionen[Tabelle 34]
1. Halbjahr
2014
in Mio €
Patente und Technologien2
Sachanlagen2
Sonstige langfristige Vermögenswerte2
Veräußerte Vermögenswerte und Schulden6
Nettozuflüsse aus Veräußerungen6
Veränderungen von Forderungen für zukünftige Nettozuflüsse
Gewinn aus Veräußerungen (vor Steuern)0

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen

Im Mai 2014 unterzeichneten HealthCare und Merck & Co., Inc. eine weltweite Entwicklungs- und Vermarktungskooperation auf dem Gebiet der Modulation von löslicher Guanylat-Zyklase (sGC). Die Kooperation umfasst das zur Behandlung bestimmter Formen des Lungenhochdrucks zugelassene HealthCare-Medikament Adempas™ (Riociguat) sowie dessen Entwicklung für weitere Indikationen. Ebenfalls eingeschlossen ist der Entwicklungskandidat Vericiguat, der sich augenblicklich in zwei Phase-IIb-Studien der klinischen Prüfung zur Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz befindet. HealthCare und Merck & Co., Inc. übernehmen gemeinsam die Kontrolle über das Geschäft mit sGC-Modulatoren. Aufgrund der Kooperation fließen die erwarteten Netto-Cashflows zukünftig zur Hälfte an Merck & Co., Inc. Der auf das Pharmasegment allokierte Geschäfts- oder Firmenwert wird zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Kooperation anteilig ausgebucht. Es werden 143 Mio € Geschäfts- oder Firmenwert als zur Veräußerung gehalten ausgewiesen.

Im Mai 2014 unterzeichnete HealthCare einen Vertrag zum Verkauf des Interventional-Geschäfts an Boston Scientific Corporation, Natick, Massachusetts (USA). Der Verkauf umfasst das Thrombektomiesystem AngioJet™ und das Atherektomiesystem Jetstream™ sowie den Fetch™2-Absaugkatheter, der in der Kardiologie, Radiologie und Gefäßbehandlung eingesetzt wird. Es wurde ein Verkaufspreis von 415 Mio USD einschließlich der Kosten für Übergangsleistungen an Boston Scientific vereinbart. Der Abschluss der Transaktion unterliegt den üblichen Bedingungen einschließlich der Genehmigung durch die Kartellbehörden und wird für das 2. Halbjahr 2014 erwartet.

Gemäß IFRS 5 (Non-current assets held for sale and discontinued operations) wurde im Vorfeld der niedrigere Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten für die Vermögenswerte, die zur Veräußerung gehalten werden, angesetzt.

Die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen setzten sich wie folgt zusammen:

Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen[Tabelle 35]
30.06.2014
in Mio €
Geschäfts- oder Firmenwert254
Sonstige immaterielle Vermögenswerte75
Sachanlagen17
Sonstige Vermögenswerte17
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte363

Finanzinstrumente

Die nachfolgende Tabelle stellt die Buchwerte und die beizulegenden Zeitwerte der einzelnen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten für jede einzelne Kategorie von Finanzinstrumenten dar und leitet diese auf die entsprechenden Bilanzpositionen über. Da die Bilanzpositionen sonstige Forderungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten sowohl Finanzinstrumente als auch nicht finanzielle Vermögenswerte bzw. nicht finanzielle Verbindlichkeiten (z. B. sonstige Steuerforderungen oder Vorauszahlungen für zukünftig zu erhaltende Leistungen) enthalten, dient die Spalte „Nicht finanzielle Vermögenswerte/Verbindlichkeiten“ einer entsprechenden Überleitung.

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte der Finanzinstrumente
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In Ausleihungen und Forderungen innerhalb der sonstigen finanziellen Vermögenswerte sowie in den Finanzverbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet wurden, sind auch Finanzierungs-Leasingforderungen bzw. Finanzierungs-Leasingverbindlichkeiten enthalten, bei denen Bayer der Leasinggeber bzw. Leasingnehmer ist und die folglich nach IAS 17 bewertet werden.

Aufgrund der überwiegend kurzfristigen Laufzeiten für Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten weichen die Buchwerte am Bilanzstichtag nicht signifikant von den beizulegenden Zeitwerten ab.

Der beizulegende Zeitwert von langfristigen Forderungen, Ausleihungen, bis zur Endfälligkeit zu haltenden Finanzinvestitionen oder originären Verbindlichkeiten wird als Barwert der zukünftigen Zahlungsmittelzu- oder -abflüsse ermittelt. Die Abzinsung erfolgt unter Anwendung des zum Bilanzstichtag aktuellen laufzeitadäquaten Zinssatzes unter Berücksichtigung der Bonität des Kontrahenten. Sollte ein börsennotierter Preis vorhanden sein, wird dieser als beizulegender Zeitwert angesetzt.

Die beizulegenden Zeitwerte von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten entsprechen notierten Preisen auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte (Stufe 1).

Sofern keine öffentlich notierten Marktpreise existieren, werden für Derivate die beizulegenden Zeitwerte mit Bewertungstechniken basierend auf beobachtbaren Marktdaten zum Bilanzstichtag ermittelt (Stufe 2). Bei der Anwendung von Bewertungstechniken wird das Kreditrisiko der Vertragspartner durch die Ermittlung von Credit Value Adjustments berücksichtigt. Die Bewertung der zugehörigen Devisen- und Warentermingeschäfte erfolgt einzelfallbezogen und mit dem jeweiligen Terminkurs bzw. -preis am Bilanzstichtag. Die Terminkurse bzw. -preise richten sich nach den Kassakursen und -preisen unter Berücksichtigung von Terminauf- und -abschlägen. Die beizulegenden Zeitwerte von Instrumenten zur Sicherung von Zins­risiken sowie Zinswährungsswaps ergeben sich durch Diskontierung der zukünftigen Zahlungsmittelzu- und -abflüsse und der Berücksichtigung einer Fremdwährungsumrechnung zum Stichtag. Zur Abzinsung dienen Marktzinssätze, die über die Restlaufzeit der Instrumente angewendet werden.

Eingebettete Derivate werden von den jeweiligen Basisverträgen separiert. Bei den Basisverträgen handelt es sich in der Regel um Absatz- oder Bezugsverträge aus dem operativen Geschäft. Die Zahlungsströme aus dem Vertrag ändern sich aufgrund der eingebetteten Derivate beispielsweise in Abhängigkeit von Wechselkursschwankungen, Rohstoffpreisschwankungen oder sonstigen Preisschwankungen. Die intern durchgeführte Bewertung von eingebetteten Derivaten erfolgt insbesondere mit der Discounted-Cashflow-Methode, die auf nicht beobachtbaren Inputfaktoren – unter anderem geplanten Absatz- und ­Bezugsmengen sowie aus Marktdaten abgeleiteten Preisen – basiert (Stufe 3). Basierend auf diesen beizulegenden Zeitwerten erfolgt ein regelmäßiges Monitoring im Rahmen der quartärlichen Berichterstattung.

Die Entwicklung der auf nicht beobachtbaren Inputfaktoren basierenden und zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten stellte sich per saldo wie folgt dar:

Entwicklung der auf nicht beobachtbaren Inputfaktoren basierenden und zum beizulegenden Zeitwert
bilanzierten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (Saldo) [Tabelle 37]
2014
in Mio €
Nettobuchwerte 01.01.-7
Ergebniswirksam erfasste Gewinne/Verluste (–) 11
davon zum Bilanzstichtag gehaltene Vermögenswerte/Verbindlichkeiten11
Ergebnisneutral erfasste Gewinne/Verluste (–)
Zugänge von Vermögenswerten/Verbindlichkeiten (–)
Abgänge von Vermögenswerten (–)/Verbindlichkeiten10
Umgliederungen
Nettobuchwerte 30.06.14

In der Berichtsperiode fielen keine Veräußerungsergebnisse an. Ergebniswirksame Veränderungen wurden in den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen erfasst.

Im Berichtszeitraum bestand weiterhin eine Unsicherheit über die wirtschaftliche Lage in Venezuela. Insbesondere vor dem Hintergrund neuer Regeln für den Devisentausch und staatlicher Regulierungsmöglichkeiten im Zusammenhang mit der Kursfeststellung kann die zukünftige Währungsentwicklung schwer eingeschätzt werden.

Rechtliche Risiken

Hinsichtlich der Angaben zu den rechtlichen Risiken des Bayer-Konzerns verweisen wir auf die Darstellung im Bayer-Geschäftsbericht 2013. Der Bayer-Geschäftsbericht 2013 steht unter www.bayer.de kostenlos zum Herunterladen bereit. Seit diesem Geschäftsbericht hat es folgende wesentliche Veränderungen im Bereich der rechtlichen Risiken gegeben:

HealthCare

Produktbezogene Auseinandersetzungen

Yasmin/YAZ: Die Gesamtzahl der gerichtlichen und außergerichtlichen Anspruchstellerinnen in den USA belief sich am 9. Juli 2014 auf etwa 5.000 (nach Abzug bereits verglichener Fälle). Die Anspruchstellerinnen machen geltend, drospirenonhaltige orale Kontrazeptiva wie Yasmin™ und/oder YAZ™ bzw. Ocella™ und/oder Gianvi™, von Barr Laboratories Inc. in den USA vermarktete generische Versionen von Yasmin™ bzw. YAZ™, hätten bei Anwenderinnen zu Gesundheitsschäden geführt, in Einzelfällen auch mit Todesfolge.

Bis zum 9. Juli 2014 hat Bayer ohne Anerkennung einer Haftung Vergleiche mit etwa 8.900 Anspruchstellerinnen in den USA für insgesamt rund 1,8 Mrd USD vereinbart. Bayer hat lediglich Ansprüche in den USA wegen Erkrankungen infolge von venösen Blutgerinnseln wie tiefen Venenthrombosen oder Lungen­embolien nach einer fortlaufenden fallspezifischen Analyse der medizinischen Unterlagen verglichen. Derartige Erkrankungen werden von ca. 2.400 Anspruchstellerinnen behauptet (nach Abzug bereits ver­glichener Fälle). Von Fall zu Fall wird Bayer weiterhin die Möglichkeit eines Vergleichs einzelner Rechtsstreitigkeiten in den USA in Betracht ziehen.

Im März 2014 hat eines der beteiligten Versicherungsunternehmen seine Deckungsverpflichtung bestritten. Bayer hat sich auf einen Vergleich zu Bedingungen geeinigt, welche die finanzielle Situation von Bayer nicht wesentlich beeinflussen.

Mirena: Bis zum 9. Juli 2014 wurden Bayer in den USA Klagen von etwa 2.120 Anwenderinnen von Mirena™ zugestellt, einer Hormonspirale zur langfristigen Verhütung. Mit weiteren Klagen ist zu rechnen. Die Klägerinnen tragen vor, die Anwendung von Mirena™ habe zu Gesundheitsschäden geführt, insbesondere Perforation des Uterus, ektopische Schwangerschaft oder idiopathische intrakranielle Hypertension, und verlangen Schaden- und Strafschadenersatz.

MaterialScience

Teilbefreiung von der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz: 2014 hat Bayer weiterhin die Teilbefreiung von der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz in der Fassung von 2012 in Anspruch genommen. Die möglicherweise im Fall einer rückwirkenden Unwirksamkeit der Befreiungsvorschriften auf Bayer zukommenden Forderungen erhöhen sich deshalb im Laufe des Jahres 2014 weiterhin.

Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Nahe stehende Unternehmen und Personen im Sinne des IAS 24 (Related Party Disclosures) sind juristische oder natürliche Personen, die auf die Bayer AG und deren Tochterunternehmen Einfluss nehmen können oder der Kontrolle oder einem maßgeblichen Einfluss durch die Bayer AG bzw. deren Tochterunternehmen unterliegen. Dazu gehören insbesondere nicht konsolidierte Tochtergesellschaften, Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen sowie Versorgungspläne und ferner die Organmitglieder der Bayer AG. Die Verkäufe an nahe stehende Unternehmen und Personen sind aus Sicht des Bayer-Konzerns nicht von materieller Bedeutung. Lieferungen und Leistungen wurden vor allem im Rahmen des laufenden operativen Geschäfts vom assoziierten Unternehmen PO JV, LP, Wilmington, USA, bezogen (0,4 Mrd €). Im Vergleich zum 31. Dezember 2013 haben sich die Forderungen bzw. Verbindlichkeiten gegenüber den nahe stehenden Unternehmen nicht wesentlich verändert.

Sonstige Angaben

Die Hauptversammlung hat am 29. April 2014 der von der Verwaltung vorgeschlagenen Dividende von 2,10 €/Aktie für das Geschäftsjahr 2013 zugestimmt.

Vorstand und Aufsichtsrat wurde die Entlastung erteilt.

Die Hauptversammlung hat gemäß den Vorschlägen des Aufsichtsrats zwei Aufsichtsratsmitglieder der Anteilseigner gewählt.

Der Aufhebung bestehender und der Schaffung neuer Genehmigter und Bedingter Kapitalien und der Ermächtigung zur Ausgabe von Options- oder Wandelanleihen sowie der dazu erforderlichen Satzungsänderung hat die Hauptversammlung zugestimmt. Außerdem hat die Hauptversammlung dem Vorstand wiederum eine Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien sowie zur Verwendung eigener Aktien mit möglichem Ausschluss des Bezugsrechts und eines etwaigen Andienungsrechts erteilt.

Die Hauptversammlung hat gemäß dem Vorschlag von Aufsichtsrat und Vorstand den Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträgen zwischen der Gesellschaft und acht Konzerngesellschaften zugestimmt.

Die PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Essen, ist als Jahres- und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2014 sowie für die prüferische Durchsicht des Halbjahresfinanzberichts des Geschäftsjahrs 2014 gewählt worden.

Der Aufsichtsrat der Bayer AG verlängerte in seiner Sitzung am 03.06.2014 die Bestellung von Dr. Marijn Dekkers zum Vorstandsvorsitzenden der Gesellschaft bis zum 31. Dezember 2016. In derselben Sitzung ­ernannte der Aufsichtsrat den bisherigen Finanzvorstand Werner Baumann mit Wirkung zum 01.10.2014 zum Vorstand für Strategie und Portfoliomanagement. Ebenfalls zum 01.10.2014 wird Johannes Dietsch das Amt des Finanzvorstands übernehmen. Der Aufsichtsrat berief ihn bereits mit Wirkung zum 01.09.2014 in den Vorstand der Bayer AG.

Leverkusen, 28. Juli 2014

Bayer Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Dr. Marijn Dekkers          Werner Baumann          Michael König          Kemal Malik

Letzte Änderung: 30. Juli 2014  Copyright © Bayer AG
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